126.300 Wohnungen im ersten Halbjahr: sechs Monate in Folge im Plus
Im Juni wurden 21.600 Wohnungen genehmigt, das erste Halbjahr 2026 kommt auf 126.300 – ein Plus von 15,1 Prozent. Zugleich steigt die Stornierungsquote auf 13,1 Prozent.
Im Juni wurden 21.600 Wohnungen genehmigt, 13,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – der sechste Monat in Folge im Plus. Das erste Halbjahr 2026 kommt damit auf 126.300 genehmigte Wohnungen, 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Stornierungsquote steigt allerdings mit.
Die Meldung
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Juni 2026 in Deutschland 21.600 Wohnungen genehmigt, 2.600 mehr als im Juni 2025, ein Plus von 13,8 Prozent. Davon entfielen 17.800 Wohnungen auf den Neubau (+14,1 Prozent, +2.200) und 3.900 auf Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden (+12,1 Prozent, +400). Damit reiht sich der Juni in eine Serie ein, die im Januar begann: Nach dem Mai mit 21.000 Wohnungen ist der Juni bereits der sechste Monat in Folge mit einem Plus gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat.
Für das erste Halbjahr 2026 zählt das Amt kumuliert 126.300 genehmigte Wohnungen, 16.600 mehr als im ersten Halbjahr 2025, ein Plus von 15,1 Prozent. Der Neubau in Wohngebäuden trägt den größten Teil davon: 103.100 Wohnungen, ein Zuwachs von 15,8 Prozent. Innerhalb dieses Segments wachsen die Mehrfamilienhäuser mit 67.000 genehmigten Wohnungen und einem Plus von 16,9 Prozent überdurchschnittlich – deutlich stärker als das Einfamilienhaus mit 24.000 Wohnungen (+12,7 Prozent), aber langsamer als das Zweifamilienhaus mit 7.700 Wohnungen (+27,3 Prozent). Wohnheime kommen auf 4.400 Wohnungen und wachsen mit +0,9 Prozent kaum. Wohnungen in Nichtwohngebäuden legen mit +42,7 Prozent auf 2.400 Einheiten (+700) prozentual am stärksten zu, bleiben aber die kleinste Kategorie. Umbauten in bestehenden Gebäuden kommen im ersten Halbjahr auf 20.800 Wohnungen, ein Plus von 9,2 Prozent (+1.800).
Die Zahlen
- Juni 2026: 21.600 Wohnungen genehmigt, +13,8 % gegenüber Juni 2025
- davon Neubau: 17.800 (+14,1 %) · Umbau: 3.900 (+12,1 %)
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- Halbjahr 2026 gesamt: 126.300 Wohnungen, +15,1 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2025
- Neubau in Wohngebäuden: 103.100 (+15,8 %)
- Einfamilienhäuser: 24.000 (+12,7 %) · Zweifamilienhäuser: 7.700 (+27,3 %) · Mehrfamilienhäuser: 67.000 (+16,9 %) · Wohnheime: 4.400 (+0,9 %)
- Wohnungen in Nichtwohngebäuden: 2.400 (+42,7 %)
- Umbau bestehender Gebäude: 20.800 (+9,2 %)
Unser Kommentar
Sechs Monate in Folge im Plus, und mit 126.300 Wohnungen liegt das erste Halbjahr klar über dem Vorjahreszeitraum. Der ZDB, der die Zahlen am selben Tag kommentierte, ordnet das vorsichtig ein: „Der Wohnungsbau zeigt erste Anzeichen einer leichten Erholung. Von einer Trendwende sind wir aber noch weit entfernt“, sagt Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Die Formulierung trifft den Befund genauer als jede einzelne Prozentzahl: Eine Serie von sechs positiven Monaten ist mehr als ein Ausreißer, aber sie beginnt von einem Niveau aus, das in den Jahren zuvor stark gefallen war.
Bemerkenswert ist, wo der Zuwachs entsteht. Mit +16,9 Prozent wächst der Geschosswohnungsbau schneller als der Durchschnitt aller Neubauten – und genau in diesem Segment liegt der Hebel für seriellen Holzbau: kurze Bauzeiten, hoher Vorfertigungsgrad und ein Material, das sich bei mehrgeschossigen Gebäuden inzwischen etabliert hat. Wie stark, zeigt der Lagebericht mit einer bundesweiten Holzbauquote von 24,4 Prozent – ein Wert, der bei wachsenden Genehmigungszahlen im Mehrfamilienhausbau an Bedeutung gewinnt, sofern die genehmigten Vorhaben tatsächlich in Bauaufträge münden.
Und genau dort liegt der zweite, weniger erfreuliche Teil der Meldung. Der ZDB beziffert die Stornierungsquote der Unternehmen mit 13,1 Prozent, nach zuvor 11,4 Prozent – ein Anstieg parallel zu den steigenden Genehmigungszahlen. Pakleppa bringt die Spannung auf den Punkt: „Eine Baugenehmigung ist noch keine gebaute Wohnung.“ Wer heute genehmigt bekommt, hat den Kredit oft schon vor Monaten kalkuliert – zu Konditionen, die sich seit dem Zinsanstieg im Sommer verändert haben. Ein Teil der Vorhaben, die im Papier stehen, wird deshalb nicht oder nur verzögert zum Bauantrag.
Für Kommunen bedeutet das: Die Zahl der Baugenehmigungen taugt derzeit nur bedingt als Signal für tatsächlich entstehenden Wohnraum, solange die Stornierungsquote in dieselbe Richtung zeigt wie die Genehmigungen selbst. Für Investoren und Bauherren, die jetzt genehmigt bekommen, bleibt die Rechnung dieselbe wie in den Vormonaten: Wer eine Genehmigung in der Tasche hat, trägt das Risiko steigender Zinsen und Baupreise eher, je länger er mit dem Baubeginn wartet. Der ZDB fasst die Lage zusammen: „Der Wohnungsmangel bleibt trotz kleiner Hoffnungsschimmer eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der Handlungsdruck bleibt hoch.“ Sechs Monate im Plus sind ein Hoffnungsschimmer. Ob daraus gebaute Wohnungen werden, zeigt sich erst in den Fertigstellungszahlen der kommenden Quartale.
Quellen: Destatis: Baugenehmigungen Juni 2026 · ZDB: Baugenehmigungen weiter im Plus
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